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Pressemitteilung zur Gründung einer Genossenschaft

Pressenkonferenz am 05.05.2021 im Lehrsaal des Feuerwehrhauses Amorbach.
Thema: Gründung einer Genossenschaft zur hausärztlichen Versorgung.
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Bislang einmalig in Bayern ist der Ansatz, mit dem die Kommunen der Odenwald-Allianz dem absehbaren Mangel an Hausärzten begegnen wollen: Eine von den Kommunen gemeinsam gegründete Genossenschaft, an der sich aber auch Ärztinnen und Ärzte der Region beteiligen können, soll Trägerin einer hausärztlichen Versorgungseinrichtung werden. Mehrere Ärzte könnten so unter dem Dach dieser Genossenschaft arbeiten, die auch als Mieterin in dem in Amorbach entstehenden Gesundheitszentrum auftreten soll.

Mit Kommunen und Ärzten als Mitgliedern kann die Genossenschaft ein Medizinisches Versorgungszentrum („MVZ“) betreiben, in dem Ärztinnen und Ärzte als Angestellte arbeiten. Aber auch weiterhin selbstständig niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte, z.B. Haus- oder Fachärzte aus Miltenberg, sollen in die Genossenschaft eintreten und von ihren Vorteilen profitieren können. Wenn das Gesundheitszentrum in Amorbach steht, soll das MVZ dort seinen Standort haben. Es ist geplant, dass die Ärztinnen und Ärzte des MVZ auch in den anderen Kommunen der Odenwald-Allianz und darüber hinaus Sprechstunden anbieten können.

Mit diesem Modell will die Odenwald-Allianz den veränderten Bedingungen in der ambulanten ärztlichen Berufsausübung gerecht werden. Wo früher ein Arzt seine Praxis alleine geführt hat, haben Nachwuchsmediziner heute eher den Wunsch nach kollegialer Zusammenarbeit in einem Team mehrerer Kolleginnen und Kollegen. Das MVZ verspricht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, verbunden mit weiteren Vorteilen wie geringeren wirtschaftlichen Risiken, weniger Bürokratie und einer konsequenten Entlastung von nicht-ärztlichen Tätigkeiten.

Aber auch für andere Zielgruppen soll die geplante Genossenschaft von Kommunen mit Ärzten Vorteile bieten: Neben der längerfristigen Sicherung der hausärztlichen wohnortnahen Versorgung wird auch die Zusammenarbeit mit anderen Berufen und Sektoren der Gesundheitsversorgung verbessert, was besonders im zukünftigen Gesundheitszentrum in Amorbach für alle Mietparteien spürbar werden soll. Die Kommunen haben im Rahmen der Genossenschaft die Möglichkeiten der Mitgestaltung und der Beteiligung, auch ohne finanzielle Risiken eingehen zu müssen. Mit den Kommunen als Gründungsmitgliedern wird die Gemeinwohlorientierung der Genossenschaft gefestigt.

Für Ärzte, die ihre Praxis abgeben wollen, soll sich die Genossenschaft um die Nachfolgeregelung kümmern und zudem steuerliche Vorteile für sie bieten. Außerdem können sie in dem genossenschaftlichen MVZ bei Interesse noch eine Weile mitarbeiten, als Angestellte in „Altersteilzeit“. Auch Medizinischen Fachangestellten bietet die Genossenschaft einen attraktiven Arbeitsplatz sowie interessante Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.

Das Konzept dieser Art von Genossenschaft wurde von der Firma DIOMEDES GmbH entwickelt und befindet sich bereits an zwei Standorten in Baden-Württemberg in Umsetzung. Die DIOMEDES hat sich auch angeboten auf Wunsch die Geschäftsführung der Genossenschaft zu übernehmen. Die DIOMEDES agiert bereits als Projektentwicklungsgesellschaft für die Planung des Gesundheitszentrums in Amorbach.

Die endgültigen Beschlüsse zur Beteiligung an der Gründung der Genossenschaft werden in den einzelnen Stadt- und Gemeinderäten erst in den nächsten Tagen gefasst. Vorausgegangen waren bereits ausführliche Präsentationen des Konzepts, zu denen der Sprecher der Odenwald-Allianz und Bürgermeister von Amorbach, Peter Schmitt, alle Mitglieder der Stadt- und Gemeinderäte eingeladen hatte. Für die Marktgemeinde Weilbach positioniert sich deren Bürgermeister Haseler dazu ganz klar: „Um den Amorbacher Raum im Hinblick auf die hausärztliche Versorgung zukunftssicher aufzustellen, ist der Markt Weilbach nicht nur bereit Genossenschaftsmitglied zu werden, sondern wird das MVZ Weilbach, das von seinem Kommunalunternehmen betrieben wird und in dem zwei Ärzte arbeiten, mit in die Genossenschaft einbringen. Weilbach kann dadurch nur profitieren, wenn aus einer Praxis ein kollegiales Netzwerk unter dem Dach der Genossenschaft wird.“

Mit dieser Organisationsstruktur realisiert die Odenwald-Allianz die zentrale Säule der Ge-samtstrategie „Campus GO – smarte Gesundheitsregion bayerischer Odenwald“, die bereits 2015 durch die Beraterin Christine Becker (Salutoconsult) entwickelt worden war und die mittlerweile bereits bundesweit einen gewissen Namen hat. „Campus GO“ orientiert sich an der Empfehlung des Sachverständigenrats Gesundheit aus 2014. Dabei werden „Lokale Gesundheitszentren“ in den Mittelpunkt ambulanter Versorgungsstrukturen gestellt, allerdings „gestützt“ von Praxen oder Krankenhaus. Dass auch Kommunen zu den Stützen zählen können, hat der Gesetzgeber seitdem auch erlaubt und kann dank der Zusammenarbeit mit der DIOMEDES auch umgesetzt werden.

 

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